Kulturschock Kiruna

Vorgestern ging die Zeit in den Bergen dann tatsächlich zu Ende. Lange hatte ich überlegt, ob ich Richtung Norwegen nach Narvik oder Richtung Süden nach Kiruna fahren sollte. Ich hab mich dann dafür entschieden vorerst in Schweden zu bleiben…

Auf der Zugfahrt konnte man langsam das Verschwinden der Berge beobachten, während der Wald immer dichter und umfangreicher wurde. Und dann tauchte etwas unerwartet eine richtige Stadt aus dem Nichts aus. Das war sehr seltsam.

So seltsam, wie die ganze Stadt, die ihre Kirche versetzt und einen großen Teil ihrer Häuser einreißt, damit die riesige Eisenmine weiter abgebaut werden kann. Und da wohnt man dann in einem Haus, das nur noch so halb gepflegt wirkt, weil es in ein paar Jahren ohnehin nicht mehr da sein wird und läuft durch Straßen, die es bald nicht mehr geben wird…

Zum Glück hatte ich für die 1 1/2 Tage noch Begleitung von einer neugewonnenen Freundin, das hat den Übergang in die Zivilisation deutlich erleichtert!!!

Ausklang in Abisko

Außer Ankommen war nichts weiter geplant, so war es ganz gut ein paar Tage zu haben, um mich weiter zu sortieren.

Sortiert hab ich dann aber kaum etwas, trotzdem waren die letzten 3 Tage so wertvoll, um auch innerlich am Ende dieser Wanderung anzukommen, viele der lieben Menschen wiederzutreffen und noch ein paar Tage mit ihnen verbringen zu können, all die vielen Geschichten zu hören, sie mit den eigenen Erlebnissen in Verbindung zu bringen und ganz langsam Abschied zu nehmen…

25.-29.7. Der beliebte nördliche Teil des Weges

Ab Singi kommt der Weg vom Kebnekaise (höchster Berg Schwedens, 2106m) auf den Kungsleden und fast alle, die einmal so nah dran sind, wollen dann auch da rauf. Ich hab mir den Trubel gespart und hab mich ab dann gegen die Wandermassen weiter Richtung Norden durchgekämpft. Nein, es blieb weiter wunderschön, aber man begegnete doch immer häufiger anderen, darunter von nun an auch immer mehr Deutschen und vielen Holländern und Finnen, die auch mal wissen wollten, wie Berge aussehen. (Ich hab ihnen dann aber die Alpen empfohlen. 😉)

Passend zu den spektakulär wunderschönen Aussichten, wurde auch das Wetter wieder immer sonniger…

Pausen Tag bei strahlendem Sonnenschein: und ja, klar habe ich einen Sonnenbrand bekommen und ja, ich war auch baden, schwimmen war etwas schwierig, denn das Wasser ist sehr, sehr flach.

…der vorletzte Tag fährt nochmal mit allem auf, was an Schönheit möglich ist…

… und der letzte Tag auf dem Kungsleden. Ich habe versucht ganz langsam zu laufen, aber nach drei Wochen in den Wanderschuhen war das gar nicht so einfach…

Ein bisschen wehmütig, ein bisschen stolz und unglaublich dankbar für diese unbeschreiblich wunderbaren Tage und Wochen!

Endlich wieder Bäume

22.-24.7. Die letzten ruhigen Tage

Mit einem Tag Verspätung ging es also von Vakkotavare aus weiter zu den beiden letzten Hütten bevor der Kungsleden richtig überlaufen sein soll… Kleine Hütten mit Sauna und wunderschönen Seen, über die man nun endlich auch mal selbst rudern konnte… Naja, über einen zumindest.

Und weil ich ja nun meine bisherigen Wanderbekanntschaften verloren hatte, musste ich wohl oder übel neue kennenlernen. 🙂

Und dann habe ich sogar einen Wanderer wiedergetroffen, der die ganzen ca. 100 km, die ich übersprungen habe, gelaufen ist…

Kvikkjokk-Saltoluokta

Nach fünf Tagen in der Wildnis, habe ich endlich mal wieder Internetzugang.

Der Weg ist immer noch wunderschön, die Mücken zahlreich und unverändert aggressiv, der Alltag in den einfachen, aber superschön gelegenen Hütten ohne Strom und mit Wasser aus den Seen oder Bächen, dafür aber mit Gasherd zum Kochen verläuft mittlerweile sehr routiniert, zwischendurch immer wieder Sauna, manchmal Regen, aber meistens Sonne, immer noch Abendsonne bis mindestens 22 Uhr und dann Dämmerung bis zum nächsten Morgen…

Deshalb geht es nun also auch noch auf den letzten Teil des Kungsleden, bis rauf nach Abisko. Ich hoffe nur, die Knie halten durch.

Mitternacht

14.7. Und noch weiter nach oben

Wie kann es nach so einer unglaublich schönen Tour weitergehen? Eigentlich nur mit noch mehr davon. Das zumindest hoffe ich. Wenn man so allein unterwegs ist und irgendwann seine Schüchternheit erfolgreich überwunden hat, kommt man ja mit wirklich vielen, lieben Leuten in Kontakt. In diesem Fall fast ausschließlich Schweden. Und eigentlich alle haben mir sehr empfohlen, weiter den Kungsleden entlang zu wandern. Ohne Zelt am besten erst ab Kvikkjokk.

Und deshalb bin ich nun auf dem Weg dorthin. Obwohl es nicht weit scheint, kommt man nur mit einer Zwischenübernachtung dorthin.

Somit komme ich wenigstens mal wieder in der Zivilisation vorbei, kann meine Vorräte aufstocken, eine Waschmaschine benutzen und habe unbegrenzten Internet- und Stromzugang. Das ist schon auch mal wieder schön, obwohl ich es in den vergangenen Tagen immer seltener vermisst habe.

Kungsleden 2

Die Tage vergingen wie im Flug und eigentlich bin ich einfach nur rundum begeistert!

Hier, an der 3. Hütte gab es übrigens eine Sauna. Das ist toll, wenn man nach einem langen, mückenzerstochenen Wandertag in der Sauna entspannen kann und zwischendurch immer Mal wieder in den See springt, um sich zu erfrischen…

Das Badezimmer der 4. Hütte

Das letzte Etappenziel ist erreicht und besticht nochmal mit Sauna und einem grandiosen Sonnenuntergang…

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